Warum Marder dein Auto als Ziel wählen
Marder sind nachtaktive Einzelgänger und lieben es, warme, geschützte Plätze als Unterschlupf zu suchen – und was gibt es Wärmeres und Geschützteres als den Motorraum deines Autos? Besonders in den Monaten April bis Juli sind Marder sehr aktiv, da sie ihre Reviere markieren und zur Paarungszeit unterwegs sind. Dabei werden oft Kabel, Schläuche und andere empfindliche Teile angeknabbert, was schwere Schäden verursachen kann.
Typische Schäden durch Marderbisse
Die häufigsten Opfer der Marder sind gummielastische Teile wie Zündkabel, Kühlwasserschläuche, Scheibenwaschwasserschläuche, Stromleitungen und Isoliermatten. Angenagte Zündkabel führen zu Motorproblemen wie unrundem Lauf oder Startschwierigkeiten. Durchlöcherte Kühlmittelschläuche können Überhitzung und Motorschäden verursachen. Schäden an Gummimanschetten können zudem Antriebs- und Achsgelenke sowie Lenkungsteile beeinträchtigen, was nicht nur teuer, sondern auch gefährlich sein kann.
Spezielle Herausforderungen bei Elektroautos
Elektroautos sind zwar dank vollflächiger Unterboden- und Motorraumverkleidung sowie dicker Isolierungen einigermaßen geschützt, doch auch hier sind Marder nicht vollkommen ungefährlich. Hochvoltkabel, die orange eingefärbt und mit Schutzrohren versehen sind, können bei Beschädigung nicht einfach repariert, sondern müssen komplett ersetzt werden. Dennoch sind Stromschläge für die Tiere ausgeschlossen, da das Hochvoltsystem bei Stillstand spannungsfrei ist.
Effektive Schutzmaßnahmen gegen Marderbisse
Zum Glück gibt es viele bewährte Methoden, um Marder vom Auto fernzuhalten:
- Anti-Marderschläuche: Diese robusten Schläuche aus Hartplastik werden über die empfindlichen Zündkabel und Schläuche gezogen und schützen sie vor Marderbissen. Wichtig ist die fachgerechte Montage, damit sie nicht in bewegliche oder heiße Fahrzeugteile geraten.
- Motorraum-Abschottungen: Spezielle Abdeckungen und Borstenvorhänge verhindern, dass Marder an Kabel und Schläuche im Motorraum gelangen. Einige Autohersteller bieten entsprechende Abschottungen als Sonderausstattungen oder Nachrüstmöglichkeiten an.
- Ultraschallgeräte: Diese senden hochfrequente Töne aus, die für den Menschen nicht hörbar sind, aber Marder vertreiben sollen. Wichtig ist, dass die Frequenzen wechseln, damit sich die Tiere nicht daran gewöhnen.
- Elektroschockgeräte: Funktionieren nach dem Prinzip eines Weidezauns und geben leichte, ungefährliche Stromschläge ab, wenn sich ein Marder an den Kabeln zu schaffen macht. Der Einbau sollte unbedingt fachgerecht erfolgen.
- Motor- und Unterbodenreinigung: Da Marder ihren Artgenossen mit Duftstoffen Revier markieren und aggressiv reagieren, hilft eine gründliche Reinigung des Motorraums. So werden die Duftspuren entfernt und die Tiere weniger angelockt.
- Hausmittel: Toilettensteine, Mottenkugeln oder Säckchen mit Hunde- oder Katzenhaaren können kurzfristig abschrecken, bieten aber meist keinen dauerhaften Schutz.
Wo du dein Auto am besten parkst
Wer die Möglichkeit hat, sollte sein Fahrzeug möglichst in einer Garage abstellen. Dadurch ist es besser vor Mardern geschützt als im Freien, wo in der Nähe eine größere Marderpopulation sein kann.
Versicherungsschutz bei Marderschäden
Viele Kaskoversicherungen übernehmen die Kosten für Marderschäden, entweder nur für die direkt beschädigten Teile oder im besseren Fall auch für Folgeschäden wie Motorschäden durch defekte Kühlmittelschläuche. Dennoch empfiehlt es sich, die Versicherungsbedingungen genau zu prüfen, um böse Überraschungen zu vermeiden.